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Forschung zum Themenkreis Elektronisches Publizieren

 

     
    Promotionsvorhaben Judith Roth:
    Lokal- und Regionalzeitungen im Onlinezeitalter. Eine Bestandsaufnahme mithilfe der Methode der Autopsie
      Kommunikationswissenschaft, Hochschule Bremen. Geplanter Abschluss des Projektes: Februar 2004.
      Betreuer: Prof. Dr. Anna Maria Theis-Berglmair, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
                     Prof. Dr. Beatrice Dernbach, Hochschule Bremen
    Neue Medien – neue Forschungsmethoden: Webangebote von Zeitungsverlagen sind in den vergangenen Jahren mit den klassischen Methoden der Kommunikationswissenschaft (Befragung, Interview, Inhaltsanalyse) vielfach untersucht worden. Die hier vorgestellte Dissertation wird hingegen als neue Methode die vollständige Autopsie nutzen. Bei dieser neu entwickelten Methode werden die zugehörigen Webseiten Rubrik für Rubrik seziert. Die Studienergebnisse werden zeigen: Onlinezeitungen sind weit von einem nahen Ende entfernt. Die Doktorandin arbeitet bereits das zweite Mal mit dieser Methode. Bereits im Jahr 2000 konnten Webangebote der Tagespresse-Verlage in einer Momentaufnahme kategorisiert und geliefert werden. Demnach gibt es sechs publizistische Konzepte, die Lokal- und Regionalzeitungen beim Aufbau ihrer Webpräsenzen umsetzen und verfolgen: Visitenkarte, Lightversion, Infopool, Lokale und Regionale Plattform, Regionaler Onlinedienst.

    Die Dissertation wird untersuchen, inwieweit sich die oben genannten Konzepte verändert haben. Darüber hinaus werden Forschungslücken geschlossen, indem sich das Forschungsinteresse auch auf die Typographie von Onlinezeitungen und den Link richtet, den Tageszeitungsverlage zwischen Muttermedium und Tochtermedium setzen (z.B. gegenseitige Verweise, Eigenanzeigen, Netzcode etc.). Dafür wird es nötig sein, neben den Onlineangeboten auch die Printprodukte zu sichten. Untersuchungsgegenstand sind alle zum Stichtag 1. November 2002 im Netz vertretenen Onlineangebote von Lokal- und Regionalzeitungen in Deutschland.

    Die Analyse und Reflektion der gemachten Beobachtungen findet in einem medienökonomischen Rahmen statt. Sie werden zeigen: Zeitungsverlage entwickeln zunehmend ausgefeiltere Online-Strategien und setzen sie ein, um in der anwachsenden Zahl an Medienangeboten die Aufmerksamkeit der Rezipienten zu gewinnen. Denn Aufmerksamkeit ist ein ökonomischer Faktor.

    Kontakt: Judith Roth, Telefon 0421-59053186, jroth@fbawg.hs-bremen.de
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    Prof. Dr. Anna Maria Theis-Berglmair:
    Die Institutionalisierung von Computernetzen. Eine Studie zum Prozess der Aneignung neuer Kommunikationsformen, dargestellt am Beispiel der Online-Aktivitäten lokaler Tageszeitungen
      Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg.
      Geplanter Abschluss des Projektes: Februar 2001.

    Ziel des Projektes ist es, die Prozesse der Aneignung neuer Kommunikationsformen am Beispiel computervermittelter Kommunikation zu untersuchen. Wenngleich das Internet für immer mehr Menschen zu einer kommunikativen Selbstverständlichkeit wird, ist noch offen, welche seiner Gebrauchsweisen sich durchsetzen und welchen Stellenwert sie im Rahmen der kommunikativen Alltagspraktiken einnehmen werden. Dabei ist es insbesondere von Bedeutung, ob und wie sich dieses Mega-Netzwerk nicht nur als ein Medium weltumfassender, sondern ebenso lokaler Kommunikation etabliert. Die Orientierung im lokalen Nahraum ist wesentlich für die Ausprägung von Identität, für kommunikative Kontakte, Bekanntschaften, Freundschaften, für eine soziale, politische oder kulturelle Einbindung und Partizipation. Exemplarisch wird daher der Frage nachgegangen, wie die Möglichkeiten des neuen Kommunikationsmediums Internet durch lokale Tageszeitungen als ausgewiesene Medien lokaler Kommunikation und Orientierung umgesetzt werden. Immer mehr Zeitungen sind im World Wide Web vertreten. Online-Zeitungen sind bislang häufig nur elektronische Kopien der papierenen Originale. Doch die Potentiale des neuen Mediums, insbesondere deren interaktiven Möglichkeiten müssen ausgeschöpft werden. Nicht zuletzt hiervon wird es abhängen, ob und wie sich eine Online-Zeitung als Medium lokaler Kommunikation festigen kann. Wie stellen sich die Tageszeitungen sowohl organisatorisch als auch in ihrer Ausrichtung und Präsentation auf das neue Medium ein? Welche Veränderungen ergeben sich im Zeitablauf? Das durch die Volkswagen-Stiftung finanzierte Projekt hat eine Gesamtlaufzeit von 2 1/2 Jahren. Es wird durch eine weitere Studie ergänzt, die Verlagsstrategien in Hinblick auf Online-Aktivitäten erkunden soll. Die empirischen Forschungsinstrumente umfassen:
    • eine Zweiphasige Befragung der Nutzer von ausgewählten Online-Zeitungen
    • qualitative Experteninterviews und Gruppendiskussionen
    • eine standardisierte Befragung der Verleger und Geschäftsführer der deutschen Tageszeitungsverlage.

    Kontakt: Jan Schmidt, jan.schmidt@split.uni-bamberg.de
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    Anja Glaessing:
    Electronic Publishing: Special interest-magazines and virtual communities
      Abschlussarbeit Department of Communication Science, University of Amsterdam.
      Betreuer: Prof. Dr. Klaus Schönbach
      Geplanter Abschluss des Projekts: Ende März 2000

    The thesis is based on the problem of an adequate strategy in electronic publishing for publishers of magazines, particularly, special interest-magazines. It is explored how publishers can take advantage from the presentation of a special interest title as a virtual community on the Internet. Both, the special interest-magazine and the virtual community feature a common subject and a highly interested target group. Based on those similarities it is assumed that a reorganisation of the web-site as a virtual community can lead to positive effects for the publishing company.

    Positive effects can be expected for the following domains:
      -marketing
      -advertising
      -content-mediation
      -readership

    Basically, it is assumed that print and online-publishing are not competitive but complementary. Thus, the core competencies of both media should be utilised in order to enhance the performance of both, the "physical" and the "virtual" product.

    Website:http://www.geocities.com/glaessing
    Kontakt: Anja Glaessing, glaessing@yahoo.com
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